50 JAHRE VEREINSGESCHICHTE

                                          Theo Koehler, Winter 1959

 

Am 01.11.1954 gründete Theo Koehler, der damalige Wirt des
Gasthauses Thorn, mit einigen Skifreunden den "Ski
-Club 1954
Ewersbach".

Offensichtlich handelte es sich bei den Gründern um sportbegeisterte
Männer
, die nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer aktiv sein
wollten. Denn neben dem Skisport nahmen sie auch den Schwimm-
sport in die Satzung auf. Das Hauptinteresse lag jedoch beim
Wintersport, denn über das Schwimmen wurde nichts Nennenswertes
festgehalten. Später verschwand diese Sportart auch aus der Vereinssatzung.

Anfangs gab es weder Hütte noch Lift. Die ersten Vereinsaktivitäten
bestanden im Ausbau der Piste. Damals fuhr man sowohl am
Nordhang, als auch am Südhang, unserer heutigen Piste
. Da das
Gelände Richtung Rittershausen (unterhalb der jetzigen Lifth
ütte ) nur
mit niedrigen Büschen und kleinen Bäumen bewachsen war, schlugen
die Skifreunde eine Schneise, durch die man bis nach Rittershausen
abfahren konnte. Diese Abfahrt wurde bis etwa 1970 gepflegt und
genutzt
.

Der Verein wuchs schnell, ebenso der Wunsch nach einer Schutzhütte
zum Aufwärmen.
Im Oktober 1958 wurde schließlich mit dem Bau
einer kleinen Hütte begonnen. Nach dem Entwurf des Skikameraden
Edgar Hofmann und unter Bauleitung von Erich Lohmann, genannt
"Onkel Tom", wurden die einzelnen Teile zunächst im Hof des
Gasthauses Thom vorgefertigt
,
anschließend auf den Eichholzkopf
transportiert und dort zusammengebaut, wo unsere heutige Hütte steht
.

Die Hütte war ein richtiges Schmuckstück - eine kleine gemütliche
Holzhütte, die aus einer doppelten Holzschale bestand und mit
Glaswolle isoliert war
. Am 15.12.1958 wurde sie unter der offiziellen
Bezeichnung "Onkel Tom's Hütte" eingeweiht
.

"Onkel Tom's Hütte" war ein voller Erfolg. Sie hatte nur einen großen
Fehler: sie war mit 10 m2 viel zu klein! Sie wurde daher bereits im
Herbst 1959 um die Hälfte vergrößert
.

Neben dem Skifahren wurde auch das Skispringen populär. In
Eigenarbeit errichteten einige Skifreunde um "Onkel Tom" die
"Eichholzkopf
-
Schanze". Den Eintragungen im Hüttenbuch zufolge
wurden beim Eröffnungsspringen am 27.12.1960 "beachtliche"

Weiten zwischen 6 m und 12,50 m erzielt. - War die "Eichholzkopf-
Technik" gar olympiaverdächtig? - Jedenfalls konnte Theo Koehler am
28.03.1962 den Weltmeister und Olympiasieger 1960 in der
nordischen Disziplin, Georg Thoma, auf dem Eichholzkopf begrüßen.

Anfangs gab es in der Skihütte noch keine Bewirtschaftung. Dies
änderte sich erst im Winter 1962
/1963. Allerdings hatte man weder
Lagermöglichkeiten noch Geld für den Einkauf. Daher wurden die
Getränke morgens aus Dürrschmidt's Bahnhofsgaststätte geholt und
abends von dem eingenommenen Geld bezahlt
.

Doch nun gab es erneut ein Problem: die Hütte war wieder viel zu
klein! Bis zum nächsten Winter wurde daher nochmals ein Anbau
errichtet
.

Der technische Fortschritt lief auch an unserem Verein nicht vorbei.
In 1969 wurde der erste Skilift gebaut.

Der Lift stand am rechten Rand des Südhangs und begann etwa dort,
wo sich der Einstieg in die Loipe Richtung Sohl befindet
. Es handelte
sich um eine Nesselrad-Anlage, die 1
.900 DM kostete. Das bedeutete
für den Verein eine erhebliche finanzielle Belastung. Der größte Teil
des Betrages musste finanziert werden, wobei die Vorstandsmitglieder
persönliche Bankbürgschaften leisteten.

Angesichts der knappen finanziellen Mittel wurden lediglich 15
Liftbügel gekauft und die restlichen in Eigenarbeit gefertigt
. Die
Liftbügel waren lose und mussten vom Skifahrer unten ins Seil
eingehängt und oben wieder ausgehängt werden. Für den Bügel
musste eine Tageskaution hinterlegt werden. Der Bügel wurde dann
den ganzen Tag beim Skifahren mitgenommen und sorgte bei Stürzen
für manchen blauen F
leck.

Dieses System funktionierte jedoch nur, solange es nicht mehr
Liftfahrer als Bügel gab. Bei großem Betrieb wurden die Liftbügel
daher jeweils oben eingesammelt und wieder zum Lifteinstieg
gebracht
.

Da man Angst hatte, die wertvolle Anlage werde gestohlen, wurde der
Liftmotor regelmäßig abends in Sicherheit gebracht und morgens
wieder eingebaut
. Wäre der Motor unten angebracht gewesen, wäre
dies mühsam genug gewesen. Der Motor war jedoch am Liftausstieg
angebracht!
- Jeden Morgen musste daher ein Skifahrer den Motor in
den Rucksack packen und die Piste aufsteigen - hierfür kamen
selbstverständlich nur die sportlichsten Männer in Betracht!

Nicht nur wegen der günstigen Liftgebühren, sondern auch wegen des
einen oder anderen schneearmen Winters
, konnte der Kassierer
erstmals nach 5 Jahren einen Gewinn beim Liftbetrieb melden.

1970 wurden durch eine Satzungsänderung der bisher nicht rechtsfähige Verein in einen rechtsfähigen, gemeinnützigen Verein umgewandelt.

Die neue Satzung beschreibt den Vereinszweck wie folgt:

"Der Ski-Club macht es sich zur Aufgabe, den Skisport zu pflegen,
die heranwachsende Jugend im Skilaufen zu unterrichten
, und die
Liebe zu diesem Sport zu wecken
."

Der Verein wurde am 14.10.1970 ins Vereinsregister beim Amtsgericht Dillenburg eingetragen und führt seither den Namen "Ski-Club
1954 Ewersbach
e.V."

Im Superwinter 196911970 verstärkte sich das alte Problem des
Vereins dramatisch:
die Hütte war wieder viel zu klein!

Anfang 1970 entstanden daher konkrete Pläne für den dritten
Hüttenanbau. Im Frühjahr wurde dann die Absicht des Herborner
Skiclubs, bekannt, seine Hütte an die Gemeinde Ewersbach zu
verkaufen.

Der Herborner Verein hatte ebenfalls seit Mitte der 50er Jahre sein
Domizil auf dem Eichholzkopf
. Allerdings verlief das Nebeneinander
der beiden Vereine auf demselben Gelände nicht immer ganz
reibungslos.

Die Kaufpreisverhandlungen scheiterten daher an den überzogenen
Kaufpreisvorstellungen der Herborner
. Durch den gescheiterten Kauf
motiviert, beschloss der Vorstand kurzfristig, eine komplett neue und
massive Skihütte zu bauen
.

Bereits Ende September wurde die alte Hütte mit einem Traktor von
ihrem Standplatz gezogen. Es entstand ein riesiger Holzhaufen, der
feierlich verbrannt wurde. In knapp 3
-monatiger Bauzeit wurde die
neue Hütte unter Bauleitung von Fritz Becker errichtet
. Bereits am
19.12.1970 konnte die Skihütte eingeweiht werden
. Sie hatte eine
Grundfläche von 12 x 7 m" und bestand aus Clubraum und separater
Küche.

Der Finanzierungsplan für den Neubau lautete wie folgt:

eigene Barmittel

Die Hütte wurde teilunterkellert, so dass erstmals Getränke gelagert
werden konnten. Damit begann eine geregelte Bewirtschaftung in de
r
Skihütte.

Der Außenbereich wurde im folgenden Sommer fertiggestellt.
Erstmals wurden auch Toiletten ("Plumpsklos") errichtet, die für
"beide Geschlechter getrennt benutzbar
" waren.

Die finanzielle Belastung des Vereins durch den Neubau machten eine
moderate Beitragserhöhung ab dem Jah
r 1971 erforderlich. Die
Jahresbeiträge betrugen damals 1
,50 DM für Erwachsene, 1 DM für
Jugendliche und 0,50 DM für Kinder.

Nächstes Vorhaben war der Bau der Nordhangpiste. Aus diesem
Grunde wandte sich der Vorsitzende mit Schreiben vom 24.11.1971
an die Panzergrenadierbrigade 13 in Wetzlar und bat um Unterstützung beim Bau. Auszüge aus dem Schriftverkehr werden nachfolgend
wiedergegeben
:

aus dem Schreiben des Vereins:

"Wir sind ein junger aufstrebender Verein und unsere Skipisten sind
trotz großer eigener Anstrengungen noch nicht in der Verfassung, daß
sie allen Erfordernissen zur Ausübung des Skisports entsprechen
. In
Vereinsarbeit wurden bereits mehrere Bäume gefällt und Gestrüpp
beseitigt. Da aber große Schwierigkeiten bei der Beseitigung der auf
der Piste vorhandenen Wurzelstöcke aufgetreten sind, und wir aus
Vereinskräften nicht in der Lage sind, unser Vorhaben zu verwirklichen wären wir Ihnen dankbar, wenn sie uns aus dieser Notlage
heraushelfen könnten. (
..), wenn sie uns mit einer Pioniereinheit in
Form einer Übung aus unserer Notlage helfen könnten. Es hande
lt
sich hier lediglich um das Heraussprengen der Wurzelstöcke und das
anschließende Planieren der entstandenen Sprengkrater ".

aus dem Antwortschreiben:

"Entsprechend Ihres Schreibens wurden durch unsere Pioniere der
beantragte Einsatz erkundet.

Ergebnisse:

1. Planierungsarbeiten auf der vorgesehen Skipiste mit
Pionier
-Maschinen sind für die Truppe unzweckmäßig. Bedingt durch
die Hanglage können nur routinierte Fahrer eingesetzt werden, so daß
jeder Ausbildungseffekt entfällt.
(
..)

2. Vorbehaltlich einer Einzelerkundung in schneefreier Zeit

kann das Sprengen von Wurzelstöcken im Rahmen der Pionierausbildung ausgeführt werden. Hierzu bedarf es jedoch vorab der
Übersendung von Unbedenklichkeitserklärungen zuständiger Ste
llen. "

Auf den geplanten großen Pistenausbau musste daher verzichtet
werden.
In Eigenleistung wurde die Nordhangpiste im Rahmen der
eigenen Möglichkeiten gerodete.

Diesen Arbeiten stand aber offensichtlich ein Hochsitz im Weg!

Auszug aus dem Schreiben des damaligen Jagdpächters vom
Dezember 1971:

"In meinem Revier RittershausenlEwersbach (..) beabsichtigen Sie
mit ihren Klubmitgliedern eine weitere Skiabfahrtsstrecke vorzubereiten.
(..)
Es ist mir unverständlich, daß die Kanzel" Schützenloch "
mutwillig und ohne jedes Recht ihrerseits baufällig gemacht wurde.
Zwischenstreben und Hauptstützen sind herausgebrochen und mit
Axten eingeschlagen. Ihre Angaben
(
..
), daß der Hochsitz lediglich
beim Herausschleppen der Bäume beschädigt wurde, sind demnach
nicht ganz zutreffend
. "

Auszug aus dem Antwortschreiben des Vorsitzenden:

"Über die Art der Beschädigung Ihres Ansitzes im Nordhang (..) war
mir bisher nichts bekannt, da ich selbst bei den letzen Arbeitseinsätzen
nicht anwesend war. Ich habe diese Schäden erst jetzt mit Bedauern
festgestellt.
( .
.) Es entspricht der Wahrheit, daß wir beim Abschleppen der Bäume den Ansitz beschädigt haben. ( . .) Über eine Instandsetzung oder einen Schadenersatz müßten wir uns einig werden.

Ob jedoch das Problem, welches uns dieser Ansitz stellt, gelöst wird,
möchte ich in Frage stellen. Dieser Ansitz ist schon seit seiner
Erstellung ein Stein des Anstoßes. Ich gebe Ihnen nachfolgend eine
Aufstellung der Schäden bekannt, die einigen unserer Mitglieder
durch diesen Ansitz entstanden sind. Abgesehen von zahlreichen
Skibrüchen handelt es sich vor allem um zwei Schienbeinbrüche
infolge des Unterfahrens der Schrägabstützung, drei oder vier Armbrüche durch Hängenbleiben mit dem Ski an den Schrägstützen
und einem Beckenbruch
. "

Diese Angelegenheit wurde einvernehmlich erledigt, indem der
Skiclub einen neuen Hochsitz abseits der Piste erstellte.

Damit war "eine gute mit einigen Schwierigkeitsgraden ausgestattete
Skipiste" entstanden. Es fehlte lediglich ein Lift für die neue Piste.
Dieser sollte in Eigenarbeit entstehen.

Zunächst wurde der Motor einer ausgedienten Mischmaschine
erworben. Doch bereits beim ersten Probelauf stellte sich heraus, dass
Skifahrer schwerer sind als Beton (die Masse macht,s). Der Motor
streikte bereits beim Ziehen weniger Skifahrer
. Das Vorhaben
Nordhanglift wurde damit endgültig aufgegeben.

Da der Schnee am Eichholzkopf nicht immer verlässlich war,
organisierte der Verein erstmals Anfang 1973 eine Skifreizeit, die
nach Schwaz/Tirol führte. Die Fahrt war ein voller Erfolg und wurde
im folgenden Winter wiederholt. Es folgten weitere schöne Skifreizeiten u.a. nach Fügen/Zillertal, Europasportregion Zell am See, Brand
im Vorarlberg, Saas Almagell
/Schweiz, Pettneu (Arlb erg), Villan-
ders
/Südtirol (Seiser Alm, Kronplatz), Innerkrems/Kärnten (Nock-
berg-Region), Canazei
IDolomiten und ins Schnalstal.

Mit der Ernennung von Dieter Herr zum DSV-Übungsleiter im
Dezember 1973 sollte der dem Ski-Schulbetrieb auf dem Eichholz
-
kopf gestartet werden. Die "Ski-Schule, Hessischer Ski-Verband
Stützpunkt Eichholzkopf' sollte im Winter 1974/1975 eröffnet
werden. Wegen Schneemangels fiel die Saison leider aus, die
Eröffnung konnte erst im folgenden Winter gefeiert werden. Es
dauerte fast 20 Jahre bis zur Ausbildung eines weiteren Ski-Lehrers;
Markus Lohmann wurde in 1993 zum DSV
-Übungsleiter ernannt.

In 1999 wurde die offizielle DSV-Skischule aus Kostengründen
abgemeldet
. Dennoch wird weiterhin Skiunterricht erteilt.

Nach einem weiteren guten Skiwinter sollten die langjährigen Pläne
über die Erneuerung der Liftanlage endlich in die Tat umgesetzt
werden. In 1976 begannen die Rodungsarbeiten für die neue
Lifttrasse. Anschließend musste die Trasse ausgegraben werden
, um
eine möglichst gleichmäßige Höhe des Liftseils zu erhalten
. Die
Arbeiten erfolgten so weit wie möglich per Bagger
, jedoch überwiegend per Hand. Erstmals wurde auch eine kleine Lifthütte gebaut. Am
09
.l2.1976 konnten Lift und Lifthütte eingeweiht werden. Der Lift
wurde mit einem 18
- PS- Dieselmotor betrieben und verfügte über eine
Beförderungskapazität von 450 Personen pro Stunde.
Erstmals wurde
auch ein Motorschlitten angeschafft
. Der Verein warb nunmehr mit
dem Slogan
"moderne Liftanlage und gut präparierte Piste". Mit dem
neuen Motorschlitten konnten auch regelmäßig Loipen gespurt
werden.

Lift und Motorschlitten kosteten zusammen rund 44.000 DM. Diese
erheblichen finanziellen Anstrengungen wurden durch schneereiche
Winter belohnt
. Nach Abschluss der Saison 197711978, in der die
Schneelage sogar 8 Wochen lang hervorragend war, konnte der
Kassierer melden, "die neue Liftanlage hat sich bereits nach gut 2
Jahren amortisiert".

Allerdings trat erneut das altbekannte Problem auf: die Skihütte
platzte wieder aus allen Nähten! Nach einem weiteren guten Winter
beschloss der Verein im Frühjahr 1979, die Skihütte zu vergrößern.
Zunächst sollte lediglich der Keller vergrößert und ein kleiner Anbau
errichtet werden. Die "kleine" Planung wurde jedoch verworfen.
Unter der Bauleitung von Fritz Becker und Willi Dürrschmidt wurde
die Skihütte schließlich auf die heutige Größe erweitert. Die
Toilettenanlage wurde ebenfalls erweitert. Pünktlich zum Saisonbeginn 197911980 war der Innenausbau abgeschlossen, die Außenarbeiten wurden im Sommer 1980 abgeschlossen
.

Bereits seit den 70er Jahren träumte der Verein von einer Flutlichtanlage auf dem Eichholzkopf. Die konkrete Planung war bis zum März
1984 so weit fortgeschritten, dass die heimische Presse berichtete:

Die Zeitungsberichte rüttelten jedoch die Naturschützer wach und
sorgten für lebhafte Diskussionen und einigen Ärger. Dennoch

wurden die Pläne vorangetrieben. Nachdem jedoch bei einem

Einbruch in die Skihütte im Sommer 1984 u.a. ein Scheinwerfer für
die Anlage
, der für Probezwecke bereits besorgt war, gestohlen wurde,
wurde das Vorhaben endgültig fallen gelassen.

Im Juni 1984 wurde die alte Lifthütte abgerissen und an derselben
Stelle
eine wesentlich größere - unsere heutige Lifthütte - gebaut.

Im Dezember 1987 erwarb der Verein ein gebrauchtes Pistengerät. Als
Unterstellplatz war ein Garagenneubau unterhalb der Skihütte
vorgesehen. Dies erübrigte sich jedoch, da man die Herborner Hütte
vom Angelsportverein kaufen konnte
.

Der für die Garage vorgesehene Platz konnte daher in 1993 zu einem
Volleyballfeld ausgebaut werden.

Pläne für den Anschluss an die öffentliche Stromversorgung gab es
ebenfalls bereits seit langem
. Die verschiedensten Varianten wurden
geprüft
.

Für eine Verlegung des Stromkabels über Masten wäre die Errichtung
einer Trafostation erforderlich gewesen. Hierfür fehlten die Genehmigungen der Grundstückseigentümer und das Geld.

Die Verlegung eines Erdkabels im Eichholzweg hätte eine zu geringe
Stromleistung auf dem Eichholzkopf erbracht
. Zudem sollte die
Messung des Stromverbrauchs bereits in Höhe des Altenheims
erfolgen.

So wäre der Energieverlust durch die Länge des Kabels zu Lasten des
Vereins gegangen. Dieses Kostenrisiko wollte und konnte der Verein
nicht eingehen.

So favorisierte man, die Trassenführungen über den kürzesten Weg,
der durch den Rittershäuser Hauberg führte. Von den verschiedenen
Vorständen wurden immer wieder Gespräche mit dem Haubergsvorstand geführt. Schließlich brachte eine offizielle Anfrage im Oktober
1986 das endgültige Aus dieser Varianten.

In 1993 wurde das Projekt erneut in Angriff genommen. Die
Gemeinde erteilte die Genehmigung
, das Kabel über den Eichholzweg
zu verlegen. Die EAM konnte eine ausreichende Stromleistung sowie
eine Verbrauchsmessung
an der Abnahmestelle garantieren. Anfang
Dezember wurde bereits mit den Bauarbeiten begonnen
. Eine
Spezialmaschine rüttelte einen Graben auf, verlegte das Kabel und
deckte es sofort mit Sand ab
. Allerdings musste auch hierbei noch viel
Eigenleistung erbracht werden.

Am 17.12.1993 wurde bereits die Stromversorgung von der EAM
freigegeben. Im Februar 1994 folg
te der Telefonanschluss. Der Lift
wurde im Sommer auf Strom umgestellt
. Damit war die Lärmbelästigung, die das alte Dieselaggregat lange Jahre verursachte hatte,
endgültig vorbei.

Durch die Stromversorgung eröffneten sich neue Möglichkeiten.
Endlich war die Zeit der Plumpsklos vorbei! In 1998 wurde eine
modern Toilettenanlage mit Wasserversorgung über eine Regen-
wasser - Zisterne fertiggestellt
.

Nun stand die Frischwasserversorgung auf dem Plan. Ein Brunnen
sollte gebaut werden. Im Vorfeld der Planung wurde das Gelände
zunächst mit einer Wünschelrute untersucht
. Zwar wurde Wasserauf-
kommen angezeigt
, aber würde die Wassermenge ausreichen?

Im April 1999 rückte schließlich ein Unternehmen für Spezialbohrungen mit schwerem Gerät auf dem Eichholzkopf an und bohrte und
bohrte und bohrte .... In 92 Metern Tiefe sprudelte endlich ausreichend
Wasser nach oben! Die Freude und Erleichterung war groß
. Der
Brunnen wurde mit einem Revisionskopf versehen und mit elektronischen Steuerelementen ausgestattet und versorgt seitdem die Skihütte
mit Wasser.

Da der alte Motorschlitten nach mehr als 20 Jahren Einsatz fast nur
noch streikte, kaufte der Verein Ende 2000 einen neuen Ski-Doo mit
Loipenspurgerät
.

In 2001 wurde die in die Jahre gekommene Heizungsanlage erneuert
und eine neue Küche eingebaut
.

Bereits im Oktober 2001 wurde die neue Küche bei einem Einbruch
stark in Mitleidenschaft gezogen. Der oder die Einbrecher hatten
wenig Brauchbares gefunden und offensichtlich aus Wut hierüber
erheblichen Schaden angerichtet
. In mühevoller Arbeit beseitigten
einige Mitglieder den Schaden.

Kurz nachdem die Arbeiten fertig waren, wurde im Februar 2002
erneut in die Hütte eingebrochen. Wieder war nichts zu holen.
Diesmal richteten der oder die Einbrecher enormen Schaden an. Sie
steckten die neue Küche in Brand. Durch die große Rauchentwicklung
wurde die gesamte Inneneinrichtung einschließlich Wand- und
Deckenverkleidung stark beschädigt
. Alles musste erneuert werden.
Viele Mitglieder halfen mit, die Schäden zu beseitigen.

Zwar war die Hütte versichert, jedoch wurden dem Verein erhebliche
Sicherheitsauflagen erteilt, u.a
. der Einbau' einer Alarmanlage. Dies
musste aus eigenen Mitteln finanziert werden.

Anfang Mai war die Hütte wiederhergestellt. Die Arbeit hat sich
jedoch gelohnt, die Hütte ist ein kleines Schmuckstück geworden.

Zusätzlich erhielt die Skihütte im Herbst 2003 noch einen schicken
Außenanstrich. Außerdem wurde beschlossen, die Außenbefestigung
um die Hütte zu erneue
rn. Insbesondere am Platz vor der Hütte hatten
Alter und Baumaßnahmen starke Spuren hinterlassen und im Laufe
der Zeit war eine kleine Kraterlandschaft entstanden
.

Im Herbst 2003 wurde bereits die Böschung seitlich der Hütte
aufgeschüttet, so dass eine schöne Terrasse entstanden ist
. Die
Fertigstellung der Außenanlage soll in 2004 erfolgen.

In den 50 Jahren seines Bestehens hat der Ski-Club neben dem
Skifahren verschiedene Sportarten angeboten
, u.a. Schwimmen,
Fußball, Waldlauf, Skigymnastik, Grasski, Volleyball und Mountain-
biking. Die jüngste Sportart ist das Inline-Skaten
.

Nachdem Markus Lohmann den Pilotkurs DSV-Inline-Guide
absolviert hatte
, rief er in 2001 die Inline-Abteilung des Ski-Clubs ins
Leben
. Aus Inline-Kursen für Anfänger und Fortgeschrittene fand sich
bald ein fester Stamm für eine Street
-Hockey-Mannschaft und für das
Inline
-Slalom. Seit 2002 ist auch Armin Nassauer geprüfter Inline-
Guide.

Die Inline-Slalom-Fahrer nehmen regelmäßig und recht erfolgreich an
regionalen und überregionalen Veranstaltungen teil
.

Im Juni 2003 richtete der Verein erstmals einen Inline-Slalom im
Rahmen der Inline
-Cup Serie des Hessischen Skiverbandes aus. Auch
für 2004 ist geplant
, einen Wettbewerb in Ewersbach auszurichten.

Martina Kutschker

 

Chronik anlässlich 50.Jahren Skiclub Ewersbach im Jahr 2004

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